Ol‘ pirrrats y`s they robb ‚em…

Heute morgen im Fitnessstudio hatte ich ein recht heißes Saunagespräch mit einem der weißen Eingeborenen Südafrikas (Afrikaaner). Dieser in seinen 40-50ern erzählte mir wie schlecht es doch heute den Weißen im Land geht, wie diese (angeblich nur diese) sehr hoch besteuert werden und dass früher doch alles besser war. „Früher gab es wenigstens Struktur“, „Heute ist Südafrika so schlecht entwickelt!!

University of Cape Town

US- und EU-Gelder gehen direkt [oder indirekt] in die Taschen von Tokyo Sexwale und co. …“ Er erzählte mir auch, dass man jetzt für alles eine Lizenz braucht, unter anderem um Insekten professionell zu beseitigen oder Klempner zu sein. Warum er mir das erzählt konnte ich

mir jedoch nicht erklären, er selbst war wohl „Akademiker“. Als er beschrieb wie dumm doch schwarze Studenten seien und wie sehr sie doch bevorzugt werden, wurde das Atmen im Raum doch allgemein schwerer. Seinen unzufriedenen Eindruck konnte ich aber erst nachvollziehen als ich zu hause im Fernsehen (im AmaZink) die Hochzeit dieser bemitleidenswerten, kostümierten Kreaturen in der Westminster Abbey im vorbeigehen

Jameson Hall

Jameson Hall: Hat nix mit Irland zu tun...

vorgesetzt bekam. Aber mal abgesehen vom vice versa ist diese Hochzeit dann doch nicht so ganz an mir vorbeigegangen. Gerade, als ich mir mich der süßen Vorstellung hingab, die auf dieser Vogelhochzeit anwesenden Pfauen und Fasane standesgemäß zu enteignen und ihnen das Bisschen Stolz zu gewähren, das sie auf ihre in- und unzüchtigen Wurzeln so innig hegen und pflegen, wurde mir klar, wie schwer es eine selbsternannte Rasse doch haben muss, wenn plötzlich dessen „Manieren“, Kultur und pseudo-Bildung nicht mehr auf ihre Weise nützten.

Und dann tat er mir Leid.Was für ein Pech es sein muss, mehr als sein halbes Leben lang mit Herz und Seele einer 10%igen Oberschicht anzugehören, die es geschafft hat (wie die USA im Weltmaßstab) auf Kosten dreier sehr klar eingeteilten Gruppen in mehr als 50 Jahre ihr Land zum reichsten des Kontinents hoch zu wirtschaften. Dass der nun 15 Jahre zurückliegende Machtwechsel daran etwas zum Vorteil der schwarzen, farbigen und indischen Bevölkerung geändert hätte, passt mit der Darstellung eines benachteiligten weißen und unqualifizierten nicht-weißen Fachpersonal in keiner Weise überein.

The Ladies Dorms

Das eine kann also die „hohe Ausfall-Rate“ an der Universität Kapstadt nicht rechtfertigen. Von dieser behauptete er, dass sie aufgrund der nationalen Population 80% schwarze Studenten bevorzugt, von denen über die Hälfte nicht durchkommen. Als ich dort war konnte man davon nicht viel spüren. Da mussten die meisten der 80% wohl schon gegangen sein (oder sie haben die Vorlesung geschwänzt). An einer Universität, welche sich nebenbei laut sämtlichen Uni-rankings beste Uni Afrikas nennen darf, konnte ich bsp. Leute aus Namibia und Uganda treffen. Die waren dort nicht nur auf Austausch, sondern haben richtig studiert, negieren die Annahme und vermitteln ein recht internationales Klima…

UCT: Ivy League Style

Schaut man genauer hin entdeckt man hier und da eine „Rassenquote“ die sich wie z.B. im Bereich Medizin auf 200 Studienplätze beschränkt. Und das bei einer Jährlichen Immatrikulation von etwa 1300 Studenten. Denen wird dann hier und da nachgebrüllt, dass sie bestimmten schwarzen Studenten den Eingang erleichtert. Kommt so etwas in die Druckerpressen ist mit solchen zahlen nicht mehr viel anzufangen. Dann wird sich nur noch über Apartheid unterhalten.

Rhodes Memorial

Da die Diskussion dann doch sehr zivil (im Sauna-Stil) im Dampf verlief, konnte ich einem Esel zwar nicht erklären, dass er einer ist, hatte aber wenigstens mal einen gesehen.

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